Finde die passende Pflege für Deine Locken

Wer zum ersten Mal mit der Lockenpflege beginnt, könnte mit Sicherheit eine kleine Starthilfe benötigen, um herauszufinden, was die Naturlocken überhaupt brauchen. Da jeder Mensch individuelle Bedürfnisse hat, gibt es keine Pauschallösung, die für alle passt.

Diejenigen, die eine Umstellung auf ihre natürliche Haarstruktur bereits hinter sich haben oder noch dabei sind, wissen wie schwierig es sein kann, die richtigen Produkte zu finden. Auf Dauer kann ein ständiges Ausprobieren teuer und frustrierend sein.

Worauf kommt es wirklich an?

Wir möchten Dir helfen, Deine Haare etwas näher kennenzulernen. Dein Lockentyp spielt bei der Produktauswahl nicht die wichtigste Rolle. Für die optimale Balance aus Glanz und Sprungkraft ist eine andere Komponente essenziell: die Porosität Deiner Haare. 

Dieser Begriff hat sicherlich in vielen Beiträgen schon Deinen Weg gekreuzt. Die Porosität sagt aus, wie geschlossen oder geöffnet die Schuppenschicht (engl. cuticle) der Haare ist und wie sie dementsprechend Feuchtigkeit aufnehmen und speichern kann.

Bestimmt bist Du schon über den Begriff "Wasserglastest" gestolpert oder hast davon gehört. Laut Berichten sollte man damit herausfinden können, welche Porosität Deine Haare haben. Wir möchten ganz ehrlich zu Dir sein:
Es gehört sehr viel mehr dazu.

Wir empfehlen den Wasserglastest nicht, um Deine Haarporosität herauszufinden. Dieser Test kann unzuverlässig sein.
 

Der Wasserglastest kann aus folgenden Gründen unzuverlässig sein:

  • Es ist möglich, dass Du mehrere Porositäten hast - Im Wasserglas wird nur ein Haar analysiert.
  • Porositäten können sich mit der Zeit ändern, wenn die Haare chemisch, mit Farbe oder mit Hitze behandelt wurden oder wenn sich Deine Haare bereits erholt haben.
  • Die Haarelastizität, die ebenfalls eine vitale Rolle spielt, wird hierbei vernachlässigt.
  • Die Anwendung wird nicht immer korrekt ausgeführt, da die Anleitung des Tests nicht eindeutig kommuniziert wird. Die Haare bzw. die Strähne sollten für den Test gereinigt und trocken sein.

Stattdessen sind jetzt Deine Beobachtungskenntnisse gefragt, um Deine Porosität zu definieren. Anschließend kannst Du gezielt Produkte wählen, mit denen Du fabelhafte Locken-Ergebnisse erzielst.

Wie unterscheiden sich die Porositäten?

Um Dich bei der Analyse zu unterstützen, möchten wir Dir verdeutlichen, wie es überhaupt zu der jetzigen Porosität Deiner Haare kommt. Deine Gene spielen neben den Schäden, die den Haaren im Laufe der Zeit zugefügt wurden, ebenfalls eine Rolle. Bei der Produktauswahl ist es ausschlaggebend, welche Beschaffenheit Deine Haare haben. Beispielsweise fühlen sich Haare, die durch Sonneneinstrahlungen beeinträchtig wurden, anders an als Haare, die durch Farbe oder Chemie beschädigt wurden.

Weitgehend werden die Porositäten in drei Kategorien untergliedert: 

Niedrige, mittlere und hohe Porosität. Um die Prüfung für Dich zu vereinfachen, fügen Wir zwischen den drei Kategorien weitere Zwischenkategorien hinzu und kennzeichnen sie mit Nummern von 1 (niedrige Porosität) bis 5 (hohe Porosität).

1. Grad - Niedrige Porosität

Niedrig poröse (1. Grad) Haare hast Du, wenn Deine Haare kaum bis gar nicht beschädigt wurden - Weder mit einer Blondierung, Chemie noch mit Hitze. Du erkennst die Geschmeidigkeit Deines Haares daran, wenn Du mit Deinem Finger an einer Strähne entlang gleitest. Die Schuppenschicht dieser Strähne hat somit keine "Einkerbungen" und ist gesund. Wasser nehmen die Haare sehr langsam auf, da die Schuppenschicht eng am Haarmark anliegt. Dementsprechend brauchen sie auch enorm lange bis sie zu 100% trocken sind.

Unser Tipp: Deep Conditioning mit einer Heat Cap/mit Wärme: Damit Deine Haare die Inhaltsstoffe Deines Deep Conditioners aufnehmen, kannst Du Wärme während der Wirkzeit zufügen. So öffnet sich die Schuppenschicht und die Wirkung des Deep Conditioners ist effektiver.

Du hast Deine Haare kurz geschnitten oder Dich von beschädigten Spitzen und Spliss getrennt? Dann kannst Du Dich auch dem 1. Oder 2. Grad zuordnen.

2. Grad - Niedrige bis mittlere Porosität

Zwischen niedriger und mittlerer Porosität stufen wir den zweiten Grad ein. Wenn Deine Haare ab und an geglättet wurden oder mit wenig Farbe (beispielsweise mit einer leichten Tönung) behandelt wurden, können sie hier eingestuft werden. Sie sind trotzdem recht gesund, man kann sie leicht entwirren und sie sind recht stark, weil die Schuppenschicht noch intakt ist.

3. Grad - Mittlere Porosität

Mittlere Porosität haben Deine Haaren, wenn Du sie bis zu 5 Nuancen heller oder dunkler gefärbt hast, wenn sie vor einer Weile blondiert wurden oder wenn sie vom dauerhaften Glätten beschädigt worden sind. Sie sind dennoch in der Lage die richtige Menge an Feuchtigkeit aufzunehmen und sie zu speichern. Als Ausgleich benötigen Sie zwischendurch eine aufbauende Pflege, entweder mit einem proteinhaltigen Deep Conditioner oder Styling Produkten, die Proteine enthalten.  

Unser Tipp: Du kannst bei gesunden und mittel porösen Haaren mit leichten Proteinen, wie Seiden Aminosäuren arbeiten, um eine gute Balance zu finden. Vor allem mit einem aminosäurehaltigen Deep Conditioner kannst Du super Ergebnisse erzielen.

4. Grad - Mittlere bis hohe Porosität

In diesem Bereich kannst Du Dich einstufen, wenn Deine Haare etwa 7 Farbstufen heller gefärbt und dadurch stark beschädigt sind. Weil die Schuppenschicht dadurch Schäden und sehr viele Lücken aufweist, sind die Haare schwächer und können abbrechen. Es kann auch vorkommen, dass Dein nachwachsender Haaransatz weniger porös ist, als Deine Spitzen, die noch gefärbt und beschädigt sind. Dies kann zu stellenweise frizzy und trockenen Haare führen. Zusätzlich zu Deinem Shampoo und Conditioner werden Deine Haare Styling Produkte benötigen, die Deine Haarstruktur regenerieren.

5. Grad - Hohe Porosität

Deine Haare wurden über Jahre - neben chemischer Farbe - zusätzlich mit starker Hitze bearbeitet? Dann weisen sie verhältnismäßig eine hohe Porosität auf. An diesem Punkt fühlen sich die Haare sehr zäh an und sind kaum (oder gar nicht mehr) von der Haarkutikula (äußeren Schuppenschicht) umgeben. Sie saugen Wasser auf wie ein Schwamm, verlieren die Feuchtigkeit jedoch genau so schnell. Dies macht Deine Haare empfänglicher für Schäden und nimmt z.B. chemische Farben, Hitze oder Sonneneinstrahlungen intensiver auf. Sie sind sehr lasch und brechen schnell ab, da die Haare nur noch aus ungeschütztem Haarmark bestehen.

Unser Tipp: Proteine bauen Deine Haare wieder auf und nähren sie. Daher sollte der Proteinanteil in Deiner Routine überwiegen. Damit Deine Haare - besonders bei feinen Haaren - sich nicht beschwert anfühlen, kannst Du leichte Produkte nutzen (z.B proteinhaltige Foams oder ein leichtes Gel), um Deine Haare zu versiegeln.

So findest Du Deine Porosität heraus

Wie erkennst Du nun, welche Porosität Deine Haare haben?
Neben den oben aufgeführten Eigenschaften kannst Du den folgenden Test durchführen:

Befeuchte 2-3 unterschiedliche Strähnen mit einer Sprühflasche und beobachte, wie sie schnell oder langsam sie das Wasser aufnehmen. Wichtige Voraussetzung: Deine Haare sollten gut gereinigt und frei von Produkten sein, damit die Ergebnisse eindeutig sind.

Niedrige Porosität


Du siehst, wie das Wasser auf den Haaren bleibt und nur sehr langsam aufgesaugt wird. 


Mittlere Porosität


Deine Haare nehmen das Wasser in einem normalen Tempo auf und können es gut speichern, weil die Locken genug hydriert sind.


Hohe Porosität


Deine Haare saugen das Wasser super schnell auf und sind direkt wieder durstig, weil das Wasser schnell wieder abgegeben wird.

 

Warum spielt die Elastizität eine Rolle?

Neben der Eigenschaft der Porosität, ist die Elastizität Deiner Haare auch wichtig. Geringe oder starke Elastizität kann häufig durch ein Ungleichgewicht der Feuchtigkeits- oder Protein-Balance hervorgerufen werden.  

Dieses Ungleichgewicht kann durch falsche Produkte entstehen und es mangelt Dir an Definition, Volumen oder Glanz. Demzufolge fühlen sich Deine Haare strohig, frizzy oder lasch an.

Aus dem Zusammenspiel der Elastizität und Porosität kannst du ableiten, welchen Bedarf Deine Haare haben.

Stelle Dir folgende Frage und beobachte Deine Locken ganz genau:

Brauchen meine Haare eine bessere Sprungkraft und mehr Definition?

Oder benötigen sie mehr Feuchtigkeit und Glanz?

Die Antwort auf diese Fragen ist ein nützlicher Leitfaden, um den perfekten Ausgleich (an Deinem Waschtag) zu erzielen. 

Elastizität - Porosität Kombination

Um die richtige Produktauswahl zu treffen, kannst Du Deine Strähnen auf Ihre Elastizität prüfen. Hier findest Du eine Übersicht davon, was Deine Lockenbedürfnisse anhand Deiner Elastizität und Porosität sein können: 

 
Das Fazit

Mit den wesentlichen Informationen gewappnet, kannst Du Deine Haare nun begutachten. Natürlich können die Erfahrungen und Analysen variieren, denn wir möchten wiederholt darauf aufmerksam machen, dass jeder von Euch individuell ist und entsprechend andere Bedürfnisse hat. Unsere Tipps dienen als Hilfestellung und Richtwert, damit ihr in der Informationsflut der Lockenwelt nicht untergeht. 

Nimm Dir Zeit Deine Haare zu beobachten und achte auf die Reaktion Deiner Locken, beispielsweise bei Produkten die nicht hervorragende Ergebnisse bringen oder wie sie im natürlichen Zustand ohne Produkte aussehen.

Konntest Du bereits Deine Haarporosität ermitteln? 
Lass es uns in den Kommentaren wissen - Erzähle Deine Lockenstory und teile Deine Erfahrungen mit uns!

1 comment

Grad 5 meine Haare sind stark beschädigt und hoffe jetzt das richtige Mittel für meine Haare zu finden das ich sie endlich wieder lockig tragen kann und sie wieder schön aussehen.

Julia Schreier August 29, 2021

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